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Schneidezähne:
In Ober- und Unterkiefer haben Pferde je 6 Schneidezähne.
Die Milchschneidezähne weisen eine
deutliche Einziehung unter der Krone auf, die als Zahnhals bezeichnet
wird.
Zudem haben die Milchzähne immer eine ausgesprochene längliche
Kaufläche, und eine Kunde von geringer Tiefe, die im Unterkiefer nur
3-4 mm beträgt. Wegen ihres oft geringen Zementüberzugs sind die Milchzähne
heller und weisser als die bleibenden Inzisivi, die lingual von den
Milchschneidezähnen erscheinen.
Hengst- bzw. Wallachzähne:
Sie sind die eigentlichen Eckzähne der Pferde.
Sie stehen frei im sogenannten
Diasthema,
so nennt man den zahnlosen Raum zwischen den Schneide- und Backenzähnen.
Ihr Name ist etwas missverständlich, da auch Stuten diese Zähne entwickeln können.
Wolfszähne:
sind die in der Entwicklung zum modernen Pferd eigentlich nicht mehr vorhandenen ersten Backenzähne.
Bei 30 - 50 % aller Pferde kann man sie aber kurz vor den eigentlichen Backenzähnen finden.
Sie haben nur eine Länge von 1-2 cm und ähneln optisch den menschlichen Schneidezähnen.
Meistens findet man nur einen oder zwei im Oberkiefer, seltener auch im Unterkiefer,
wo diese manchmal auch als "Schweinszähne" bezeichnet werden.
Die Wolfszähne brechen in der Regel
zwischen 6 und 18 Monaten durch die Schleimhaut.
Sie können auch unter der Schleimhaut versteckt bleiben, so dass man dann von "blinden Wolfszähnen" spricht.
Backenzähne:
In jedem Kiefer stehen pro Seite 6 Backenzähne.
Obwohl nur 1-knapp 2 cm sichtbar sind, reichen sie bis weit in die Kiefer.
Die eigentlich Backenzähne dienen der Zerkleinerung des Futters.
Dadurch entsteht eine durchschnittliche Faserlänge von ca. 4-10 mm.
Der Schmelzrand der Infundibula der Oberkieferbackenzähne ist innen immer von Zement überzogen.
Dadurch nutzen sie sich trotz des enormen Kaudrucks beim Zermahlen des Futters
nur um ca. 2-3 mm pro Jahr ab.
Die Ober- und Unterkieferbackenzähne berühren sich in Ruhestellung nicht vollständig,
so dass man von einem anisognathen Gebiss sprechen muss.
Der Oberkiefer ist deutlich breiter als der Unterkiefer, so dass bei geschlossenem Maul
nur ca. 1/3 der Oberkieferbackenzahnfläche die Hälfte der Unterkieferbackenzahnfläche berührt.
Der Winkel der Kauflächen ist auch nicht horizontal, sondern beträgt ca. 10-15 Grad.
Hier noch einige Begriffsdefinitionen, falls Ihr Zahnarzt kein Deutsch kann :-)
Apikal: in Richtung Zahnwurzel
Koronal: in Richtung Zahnkrone
Lingual: in Richtung Zunge
Palatal: in Richtung Gaumen
Bukkal: in Richtung Backe bei Backenzähnen
Labial: in Richtung Lippen bei Schneidezähnen
Mesial: in Richtung Schneidezahn
Distal: in Richtung Backenzahn